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HTML ist keine Seitenbeschreibungssprache

HTML ist keine Seitenbeschreibungssprache und keine Seitenlayoutsprache. Wie der Browser das interpretiert bleibt seine Sache.

Versuchen wir es mal ausführlich.

Ein Dokument im WWW besteht aus 4 Arten von Informationen:

Der Inhalt ist der primäre Teil eines Dokumentes.

HTML ist dazu da, die Struktur des Dokumentes und die Logik des Inhaltes zu beschreiben.

Manchmal wird gesagt, dass HTML Dokumenten eine logische Struktur verleiht. Das kann man so nicht stehenlassen. Eine Struktur ist immer logisch, daher ignoriert man den logischen Teil und wird HTML nicht mehr gerecht, da es die Logik des Inhaltes beschreibt.

Das ist die eine Idee von HTML, die andere ist es, Inhalt und Präsentation zu trennen. Das wurde primär von Netscape untergraben.

HTML 4 frischt diese Idee wieder auf; die Präsentation soll wieder getrennt stattfinden und zwar mit CSS.

Die Trennung kann aber auch anders vonstatten gehen. Der Inhalt, also die Daten, werden in einem XML Dokument strukturiert. XML kennt aber keine Dokumente und keine Logik. HTML hingegen kann Logik definieren, da die logische Bedeutung durch einen einheitlichen Standard festgelegt wird und sie somit für andere verständlich wird.

Um aus XML Daten jetzt ein Dokument zu machen, braucht es dann ein Format mit dem man die Struktur eines Dokumentes beschreiben kann. Das kann dann praktischerweise XHTML sein, welches auch Logik definieren kann. Die Transformation zwischen XML Daten und einer Dokumentoberfläche wie XHTML geschieht durch z.B. XSLT (es kann allerdings genausogut z.B. VRML sein oder WML; grundsätzlich kann man natürlich alle Daten in XML speichern, z.B. auch ein JPEG Bild).

Dem resultierende Dokument werden dann noch Informationen zur Präsentation gegeben, durch CSS (oder ggf. XSL).

Das mächtige an dieser Trennung wird z.B. dann deutlich, wenn man änderungen machen will. Will man die Dokumentstruktur ändern, macht man änderungen am XSLT Dokument, will man die Präsentation ändern, macht man änderungen am CSS Dokument.

Das mächtige daran ist aber auch, dass z.B. einem Browser genügend Informationen bereitstehen, um selber eine geeignete Präsentation zu realisieren, ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen seines Benutzers; das ermöglicht es dann, dass die Informationen nicht unbedingt visuell präsentiert werden müssen, sondern auch als Sprache oder Brailleschrift.

Es ist keine Schwäche von HTML, dass der Autor nicht die Möglichkeit hat, jeden Pixel seines Dokumentes festzulegen, wie PDF es ermöglicht, sondern eine Stärke.

PDF ist eine Seitenbeschreibungssprache. Der Autor hat als Ausgang eine Seite die er beschreibt. Da soll es rot sein, da kommt ein Bild hin und da will ich Text in der Schrift mit der Groesse. Eine Seitenbeschreiungssprache funktioniert rein physisch und ist nicht modularisiert. HTML ist keine Seitenbeschreibungssprache und keine Programmiersprache, da keine Ablaufsinformationen gespeichert werden können und keine Gestaltungssprache, weil nichts gestaltet wird.

Wenn ich das nochmal lesen muss, werde ich böse.

Björn Höhrmann • bjoern@hoehrmann.de • http://www.bjoernsworld.de

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URL: http://dciwam.de | Letzte Änderung: 21.05.2009 | G. Schneider | Kontakt